Nun rückt erneut Spanien ins Zentrum der Aufmerksamkeit, wenige Wochen, nachdem Politiker in Europa erklärten, mit den Rettungspaketen für Griechenland, Irland und Portugal sei die Gefahr einer Ausbreitung der Schuldenkrise gebannt. Im Falle einer Umschuldung Griechenlands käme es zu einer Belastung für Banken in Griechenland und im Ausland. Die Besitzer griechischer Staatsanleihen, darunter Pensionsfonds und die Europäische Zentralbank, müssten Verluste verbuchen.
“Wenn Griechenland umschuldet, zieht das möglicherweise eine Krise in Spanien nach sich”, sagte David Watts, Stratege bei CreditSights Inc. in London. “In der aktuellen Lage geht es nicht darum, wie viel durch die Umschuldung Griechenlands eingespart wird. Ein Zahlungsausfall Spaniens ist wesentlich größer. Im Kern geht es darum, dass niemand letztlich die Kosten beziffern kann”, sagte Watts.
Die Aussagen deutscher Politiker, dass Griechenland möglicherweise nicht um eine Umschuldung herumkommt, unterstreicht ihr Zögern, für Umschuldungen mehr Geld zu verwenden. Dabei lassen sie allerdings frühere Zahlungsausfälle staatlicher Schuldner außer Acht. In der Regel bleiben Staatspleiten keine nationale Angelegenheit. 1997 löste die Abwertung des thailändischen Baht die Asienkrise aus. Der russische Zahlungsausfall im Jahr darauf führte zu einer weltweiten Finanzkrise. Die Schuldenkrise in Lateinamerika in den 1980er Jahren belastete die ganze Region. Erst mit den nach dem damaligen US-Finanzminister Nicholas Brady geschaffenen Brady-Bonds kam die Umschuldung in Gang.
Kursrutsch des Euro
Der Euro verzeichnete am Montag den größten Kursrutsch an den Devisenmärkten in fast vier Monaten. Griechische und portugiesische Staatsanleihen waren markant unter Druck. Die Risikoaufschläge für die Bonds dieser Länder gegenüber deutschen Bundesanleihen weiteten sich auf die höchsten je registrierten Werte aus. Am Markt machten Spekulationen auf einen Zahlungsausfall die Runde.
Eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten “wäre kein Desaster”, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, im Interview mit Bloomberg News am 15. April. In diese Richtung deuteten auch Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in einem Interview mit der Tageszeitung “Die Welt” am 14. April. Die Tragfähigkeit der griechischen Schulden müsse bei der vierteljährlich anstehenden Prüfung “detailliert analysiert” werden, sagte Schäuble. Im Fall von Zweifeln, “müsse man etwas unternehmen”, sagte der Finanzminister, ohne Einzelheiten zu nennen.
Solche Äußerungen seien als “Signal für ein Ende der Geduld” zu werten, sagte Holger Schmieding, Chefökonom bei der Bank Joh. Berenberg Gossler & Co in London in einer Notiz am Montag. Die Risiken einer Ausbreitung seien weiterhin viel zu ernst, angesichts der Zeit, die Irland und Spanien benötigen, um ihre haushaltspolitische Schieflage in den Griff zu bekommen, so Schmieding weiter.
Deutschlands schultert den grössten Anteil
Deutschlands schultert den größten Anteil bei der Finanzierung der Rettungspakete der staatlichen europäischen Schuldner. Im März hatte die Bundesregierung das Abkommen zwischen der EU und Griechenland mitgetragen, das eine Lockerung der Rückzahlungsbedingungen für die gewährten Kredite vorsieht. Auch deutsche Finanzinstitute, darunter die Deutsche Bank AG, haben nach der Rettung im vergangenen Mai zugestimmt, bei der Refinanzierung fälliger griechischer  Staatsanleihen mitzuwirken und die bestehenden Kreditlinien nicht aufzukündigen.
Wie Daten der Bank für Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vom 30. September zeigen, entfielen knapp zwei Drittel der Ausleihungen öffentlicher und privater Schuldner in Griechenland auf Banken aus Frankreich und Deutschland. Im Falle Frankreichs belief sich die Kreditsumme auf 59,4 Mrd. Dollar, deutsche Institute hatten rund 40,3 Mrd. Dollar ausgereicht. Auf Rang drei und vier folgen Institute aus Großbritannien und Portugal.
Bei der Europäischen Zentralbank wehrt man sich gegen eine Umschuldung. Die EZB hat nach Schätzungen griechische Anleihen im Umfang von 76 Mrd. Euro gekauft, um die Krise zu bekämpfen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sah seine Pläne von EU- Politikern durchkreuzt, als sie seinen Plan abschmetterten, der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) den Ankauf von Staatsanleihen zu gestatten.
Griechenland lehnt Gespräche ab
Griechenland lehnt Gespräche über eine Umschuldung kategorisch ab. Das Land ist dabei, die Bedingungen für das 110 Mrd. Euro schwere Rettungspaket der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) umzusetzen. Ministerpräsident  Giorgos Papandreou hat in der Vorwoche Einsparungen im Umfang von 76 Mrd. Euro angekündigt.    
Deutschland zielt möglicherweise auf eine Alternative zu einer kompletten Umschuldung ab, bei der Investoren Abschreibungen auf ihre griechischen Papiere vornehmen müssen. Merkel und Schäuble “bereiten möglicherweise das Terrain vor” für eine Verlängerung der Laufzeiten bei griechischen Staatsanleihen vor den Bundestagswahlen 2013, so Analysten von Deutsche Bank AG im Team von Chefvolkswirt Thomas Mayer.
Selbst dieses Szenario wäre teuer, denn deutsche Banken müssten dann ihre Griechenland Anlagen wertberichtigen. Eine Laufzeitverlängerung und Käufe griechischer Bonds durch die ESFS am Primärmarkt im kommenden Jahr stellten möglicherweise die beste Alternative für Politiker dar, so die Analysten weiter.


Die Schuldenkrise war NIE weg - sie wurde nur offiziell für beendet erklärt!
Es könnte also ein bewegtes Ostern werden. 
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